Portrait


Fotografin und Künstlerin Angelika von Stocki aus Berlin Angelika von Stocki beschäftigt sich mit der Geschichte, dem konkreten historischen Hintergrund und entwickelt während dieser Recherchen ihre Bildvorstellungen. In einem zweiten Schritt wird das jeweilige Thema im Labor variiert, fortgedacht und ausgearbeitet, so dass insgesamt eine Folge von vielschichtigen Photomontagen entsteht.
Gerade die überblendungen unterschiedlicher Motive oder die mehrfache Belichtung eines Negativs bzw. die Farbsolarisation sind ihr dabei wichtige technische Hilfsmittel. Diese Photo-Montage, man könnte das Verfahren auch als eine Photo-Collage bezeichnen, schafft durch das Ineinander-Verweben unterschiedlicher Motive spannungsvolle inhaltliche Möglichkeiten und Interpretationen.
Die dabei entstandenen spannungsreichen und erzählerischen Bildzyklen zur Geschichte der jungen Daphne und dem Lilienthal als Ikarus lassen einen teilhaben an der mythologischen Szenerie.

Mit den politischen Veränderungen 1989 ist die Stadt Berlin für Angelika von Stocki zu einem thematischen Schwerpunkt geworden. Sie ist ihr wichtigster photokünstlerischer Aktionsort und hat sie immer wieder zu Bildfolgen angeregt.
So entstanden Photomontagen über die Quadriga des Brandenburger Tores „Triumphale Reise der Victoria“, den Fall der Berliner Mauer „Zerfall der Mauer" und den Sitz des Deutschen Bundestages "Fata Morgana – Der Reichstag" sowie "Der Reichstag im Wandel“.

Unter dem Eindruck der Welle rassistischer Gewalt in Deutschland seit 1992 befasst Angelika von Stocki sich mit der Geschichte des Deutschen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Ihre Photomontagen zur Serie „Menschen in der Verantwortung“ sind Bilder der Gewissensentscheidung. Ausgehend von den Prozessbildnissen der aufrechten Widerstandskämpfer sollen ihre Arbeiten eine Mahnung an die Verantwortung jedes Einzelnen für seine Gesellschaft sein.

Mit ihrer Bildfolge der „Faces - Peaceful Colours of Cultures“ nähert Angelika von Stocki sich wieder stärker der dokumentarischen Fotografie an, die einst bereits in den 1970er und 1980er Jahren ihr künstlerischer Ausgangspunkt war.
Ihre Arbeiten haben eine gesellschaftspolitische Bedeutung: In Anbetracht einer neuen Welle fremdenfeindlicher Gewalt fordern ihre Fotografien Respekt ein vor der Artikulation der anderen, der Minderheiten, der Hinzugekommenen.

„Angelika von Stocki zeigt uns mit ihren Faces – Peaceful Colours of Cultures sehr eindrucksvoll, dass eine solche Verständigung nicht nur auf den Ebenen der internationalen Diplomatie und in den Gremien und Organisationen der Vereinten Nationen geführt werden kann. Der kulturelle Dialog beginnt ganz konkret bei uns vor Ort in Berlin, im Miteinander der Menschen vieler verschiedener Kulturen, die in der deutschen Hauptstadt ganz selbstverständlich leben.“
(Zitat: Rede der Direktorin des Frauenmuseum Bonn, Marianne Pitzen zur Eröffnung der Ausstellung von Angelika von Stocki „Faces - Peaceful Colours of Cultures“ am 6. Juni 2006 am Potsdamer Platz Berlin).

Diese großformatigen Fotografien von Angelika von Stocki bieten uns einen wichtigen Einblick in die kulturelle Vielfalt der Menschen ebenso wie ihre großformatigen Portraitfotografien „Talking Heads – Gesichter unserer Zeit“ zur Berliner Love Parade.
„Frau von Stocki hat nicht die Jugend an sich - wenn es die überhaupt gibt - als Fotoobjekte ausgewählt, sondern einen kleinen, wenn auch spektakulären Ausschnitt der "Jugend" in den Mittelpunkt ihrer Darstellung gestellt, nämlich Portraitfotos junger Besucher und Besucherinnen der Love Parade aus den Jahren 1997 – 2002.“…“ Die Selbstdarsteller und Selbstdarstellerinnen stammen aus verschiedensten Nationalitäten, Kulturkreisen und Sozialisationen - und so gleicht kein Bild dem anderen, die Mimik mal strahlend vor selbstverliebtem Spaß, mal selbstironisch, mal nachdenklich“…
(Zitat: Rede der Bundesministerin Renate Schmidt zur Eröffnung der Ausstellung von Angelika von Stocki "Talking Heads - Gesichter unserer Zeit" am 9. Juli 2003 im Foyer des PriceWaterHouseCoopers am Potsdamer Platz Berlin).

Beide Serien konnte Angelika von Stocki einem großen Publikum, den unzähligen Besuchern des Potsdamer Platzes in der Sommerzeit 2003 und zur Fußball-WM 2006 präsentieren.

In ihrer neuesten Serie „Frozen Moments of Power – Portraits von der politischen Weltbühne“ zeigt Angelika von Stocki internationale Politikerinnen und Politiker bei ihren Auftritten vor der Presse. Es sind prägnante Portraits konzentrierter Blicke im Maskenspiel zwischen Privatsein und Professionalität. Ein Wechselspiel zwischen Befragtem und fragendem Gegenüber bestimmt die Szenerie.

Ein plötzlich zum Stillstand gekommener Handlungsablauf ist in all diesen Arbeiten ablesbar.
Die Fotovorlage wird mittels digitaler Techniken zum Tafelbild.

Damit lotet Angelika von Stocki den Bereich aus, bei dem die Beziehung zwischen Malerei und dem fotografischen Abbild künstlerisch hinterfragt wird.
Diese Arbeitsweise erlaubt der Künstlerin die traditionellen Grenzen von Fotografie und Malerei zu durchbrechen. So findet eine Verschmelzung von inszenierter und manipulierter Realität statt.